Kurzsichtigkeit bei Kindern

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Häufige Fragen zur Myopiekontrolle mit Valentin Hersche, Optometrist und Kontaktlinsenspezialist bei Steffen AG in Wolhusen in ungekürzter Version:

 

Ab welchem Alter raten Sie zu Sehtests auf Kurzsichtigkeit – und wie funktioniert das bei sehr jungen Kindern zuverlässig?
VH: Eine Kurzsichtigkeit (Myopie) tritt meist zwischen dem 6. und 16. Lebensjahr auf und schreitet insbesondere zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr am stärksten voran. Sieht ein Kind in die Ferne – etwa an der Wandtafel – unscharf, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Auch Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, häufiges Blinzeln oder Zusammenkneifen der Augen sowie ein sehr kurzer Leseabstand bei Büchern oder digitalen Medien (weniger als eine Unterarmlänge) können Hinweise auf eine beginnende Kurzsichtigkeit sein.
Bei sehr jungen Kindern, die noch keine Buchstaben kennen, kommen spezielle Symboltafeln (z. B. LEA-Symbole) für die Fern- und Nahprüfung zum Einsatz. Ergänzend wird häufig eine Skiaskopie durchgeführt: Dabei wird der Lichtreflex von der Netzhaut beobachtet, um die notwendige Korrektur objektiv zu bestimmen – ohne dass das Kind aktiv Angaben machen muss. Automatische Sehtestgeräte sind für Kinder dagegen oft ungeeignet, da durch die kindliche Akkommodation Messungen verfälscht werden können.

Was genau sind Ortho-K-Linsen, und welchen Nutzen können sie für kurzsichtige Kinder haben?
VH: Orthokeratologie (Ortho-K) -Kontaktlinsen sind in vielen Fällen die wirksamste Methode, um das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu bremsen oder sogar zu stoppen. Die speziell geformten, formstabilen Linsen werden nur nachts getragen und modellieren die Hornhaut so, dass das Licht tagsüber wieder optimal auf der Netzhaut fokussiert wird. Dadurch wird nicht nur das weitere Längenwachstum des Auges und die Zunahme der Myopie reduziert, sondern das Kind sieht tagsüber auch ohne Brille oder Kontaktlinsen scharf.
Die Korrektur erfolgt während des Schlafs, die Linsen werden in der Regel nicht wahrgenommen. Im Alltag kann sich das Kind frei bewegen, ohne dass eine Brille verrutscht oder stört – ein wichtiger Vorteil, da herkömmliche Brillen im Kindesalter oft nicht optimal sitzen und die Wirkung spezieller Myopie-Brillengläser dadurch beeinträchtigt werden kann.

Atropin-Tropfen wirken gegen das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit – welche Rolle spielen sie heute bei Kindern? 
VH: Atropin-Augentropfen werden heute gezielt eingesetzt, um das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bei Kindern zu verlangsamen. In niedriger Dosierung bremsen sie das übermässige Längenwachstum des Augapfels, das für die Zunahme der Myopie verantwortlich ist. Sie heilen die Kurzsichtigkeit nicht, wirken also nur während der Anwendung, können aber entscheidend dazu beitragen, dass die Kurzsichtigkeit insgesamt geringer ausfällt. Damit senken sie langfristig auch das Risiko für spätere Augenerkrankungen.
In der Schweiz sind Atropin-Augentropfen zur Myopie-Kontrolle bei Kindern bislang nicht offiziell durch Swissmedic für diese Indikation zugelassen und werden daher im sogenannten Off-Label-Use eingesetzt. Das führt dazu, dass die Tropfen häufig individuell hergestellt werden und die verwendeten Dosierungen je nach Fachperson variieren. Trotz dieser formalen Einschränkung gilt die Wirksamkeit niedriger Atropin-Dosierungen wissenschaftlich als gut belegt.

Wann raten Sie eher zu Brillen und wann eher zu Kontaktlinsen?
VH: Die Wahl der geeigneten Myopie-Prävention hängt vom Alter des Kindes, seiner Mitarbeit sowie vom individuellen Risiko einer raschen Myopie-Zunahme ab. Häufig werden myopiekontrollierende Brillengläser mit Kontaktlinsen zur Myopiekontrolle kombiniert. Grundsätzlich ist eine frühe Korrektur des Sehfehlers sinnvoll, da insbesondere bei jungen Menschen gute Chancen bestehen, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu bremsen.
Werden herkömmliche Einstärken-Brillengläser verwendet, kann dies das Längenwachstum des Auges weiter begünstigen und die Myopie verstärken. Deutlich besser geeignet sind Verfahren der aktiven Myopiekontrolle: Die stärkste nachgewiesene Wirksamkeit zeigt die Orthokeratologie (Ortho-K), gefolgt von myopiekontrollierenden Kontaktlinsen und speziellen Myopie-Brillengläsern mit gezielt gestaltetem optischem Bereich. Besonders effektiv sind diese Massnahmen in Kombination mit einer medikamentösen Therapie, etwa niedrig dosierten Atropin-Augentropfen.

Wie wirken sich Brillen oder Kontaktlinsen auf sportliche Aktivitäten aus? 
VH: Brillen können bei sportlichen Aktivitäten einschränkend wirken, etwa durch verrutschende Gläser, eingeschränktes Gesichtsfeld oder ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei Kontakt. Kontaktlinsen bieten hier meist mehr Bewegungsfreiheit, ein grösseres Sichtfeld und sind daher für viele Sportarten besser geeignet. Wichtig sind dabei eine gute Hygiene, regelmässige Kontrollen sowie – je nach Sportart – der zusätzliche Schutz der Augen, etwa durch Sportbrillen oder Schutzbrillen über den Kontaktlinsen.

Was kann man möglicherweise tun, um einer Kurzsichtigkeit vorzubeugen?
VH: Ist noch keine Kurzsichtigkeit vorhanden, fördern der Aufenthalt im Freien (empfehlenswert sind mindestens zwei Stunden pro Tag), ein helles Lesefeld, ausreichender Leseabstand bei intensiver Naharbeit und regelmässige Pausen mit Blick in die Ferne eine normale Augenentwicklung. Konkret heisst das: ein Kind sollte täglich draussen spielen, die Zeit minimieren, welche es am Smartphone und Tablet verbringt und darauf achten, dass es beim Lesen einen Abstand von mindestens 30 cm einhält.

Warum gibt es heute mehr Kurzsichtige?
VH: Es gibt mehrere Gründe, weshalb Kinder kurzsichtig werden. Ist ein Elternteil kurzsichtig besteht ein Risiko von 30%, dass die eigenen Kinder ebenfalls eine Kurzsichtigkeit entwickeln. Sind beide Eltern kurzsichtig, liegt das Risiko sogar bei 50%.
Neben diesem genetischen Aspekt spielt auch das Verhalten eine wesentliche Rolle. Durch die digitalen Medien verbringen Kinder heute weniger Zeit im Freien, wo natürliches Sonnenlicht das normale Augenwachstum unterstützt. Hingegen wird während längerer Zeit auf kürzere Entfernungen fokussiert, z.B. am Smartphone oder am Computer.
Und nicht zuletzt kann die Korrektur einer beginnenden Kurzsichtigkeit mit herkömmlichen Brillengläsern oder Kontaktlinsen das Längenwachstum des Auges weiter anregen und somit die Kurzsichtigkeit verstärken.

Weshalb ist es so wichtig, eine Kurzsichtigkeit möglichst gering zu halten?
VH: Je länger das Auge wird, desto mehr stehen auch die Augenhäute unter Spannung. Die empfindliche Netzhaut kann Risse bekommen oder sich sogar von der Aderhaut ablösen. Man spricht dann von einer Netzhautablösung. Weitere mögliche schwerwiegende Folgen einer starken Kurzsichtigkeit sind eine myopische Makuladegeneration und ein Glaukom (grüner Star).
Wie hoch das Risiko einer Augenerkrankung im Alter ist, lässt sich daher bereits im Kindesalter massgeblich beeinflussen. Die Myopiekontrolle bei Kindern ist deshalb aus präventiver Sicht nicht zu unterschätzen.

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